Mehr Nachhaltigkeit, bitte

/Werbung / unbezahlt/ Eigene Meinung/

 

In diesem Beitrag geht es nicht richtig ums Reisen - und irgendwie auch schon. 
Denn je mehr man sieht und erlebt, desto mehr beeinflusst das die eigene Persönlichkeit. Und mir wird es immer wichtiger, dass wir für unseren Planeten sorgen und die Konsequenzen unserer Handlungen bewusst werden. 
Ich habe angefangen nachhaltiger zu leben und möchte besonders das Plastik aus meinem Leben verbannen und Müll reduzieren - hier zeige ich meine ersten Schritte dazu. 

Seit einem halben Jahr lebe ich nun in México. Was mich schon in Deutschland interessiert hat war Minimalismus und Nachhaltigkeit, weniger Plastikmüll erzeugen und natürlicher leben. 

Hier in Méxicos Hauptstadt verfolge ich gespannt, wie groß die Kluft zwischen Nachhaltigkeit und Verschwendung ist. Es gibt auf der einen Seite tolle Märkte und Bazare, auf denen man lokale Produkte und kaum Plastik findet. Auf der anderen Seite wird ALLES in Plastik verpackt, Wegwerfprodukte wie Becher, Besteck, Tüten, Strohalme - sogar Teller werden an den Straßenständen mit einer Plastiktüte versehen um sie nicht waschen zu müssen. An den Straßen, Stränden und in den Parks liegt Müll und ich weiß es wird auch in 1000 Jahren noch dort rotten. 


Mit Entsetzen habe ich vor kurzem gelesen, dass mittlerweile über 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren treibt, in über 1200 Fischarten Mikroplastik nachgewiesen wurde und Plastik wie Tüten, Strohhalme und Einmalzeugs über 600 Jahre brauchen um sich zu zersetzen. Allerdings verschwindet das Plastik auch dann nicht, es zersetzt sich eben nur in immer kleinere Teile. 
2050 wird es mehr Plastik als Fische in unseren Weltmeeren geben - höchste Zeit zu handeln!

Mein Anfang zu mehr Nachhaltigkeit im Leben

 

Wie gesagt, es ist erst der Anfang. Ich will und kann hier niemanden anzweifeln oder kluge Ratschläge geben. Bei mir sehe ich noch unendlich viel Verbesserungspotenzial und suche immer wieder nach Ideen um weniger Müll zu erzeugen. Ich denke nur, dass jeder Strohhalm und jedes andere Wegwerfprodukt welches wir nicht nutzen ein Gewinn für unseren Planeten ist. 

Also, wenn nicht jetzt damit anfangen, wann dann? 

Erste „Less Waste“ Schritte:

1. Die jährliche Anzahl von weggeworfenen Coffee-To-Go Bechern reicht, um damit 58 mal die Erde zu umrunden oder aufgestapelt kommen sie 2,5x bis zum Mond! 

Mich schockt das total und ich schäme mich dafür, dass wir so viel Müll verursachen nur für 10 min Kaffeegenuss... 
Ich habe einen Bambusbecher und einen Edelstahlbecher, die halten schon ewig und es gibt in den meisten Cafés sogar Rabatte, wenn ich sie dort befüllen lasse. 
Außerdem nehme ich mir mittlerweile oft die Zeit und setze mich einfach ins Café und genieße dort meinen Tee - ganz oldschool im Porzellantässchen.

2. Ich kaufe Obst und Gemüse nur noch ohne Plastikverpackung und wenn es geht auf Märkten. Dazu benutze ich Obst- und Gemüsenetze, die ich mir hier in México auf einem lokalen Bazar gekauft habe. Aber ich weiß, dass man sie in Deutschland auch kaufen kann. Oder selber nähen, wer Talent hat :) 


Nun zum Fleisch: Ich esse fast kein Fleisch mehr  und will das noch mehr reduzieren, da ich auch einfach kein Fan davon bin. Die Herstellung von einem  Kilo Rindfleisch benötigt ca. 50.000 Liter Wasser und hat aufs Klima die Auswirkung wie eine 250km lange Autofahrt! 

Würde jeder Deutsche nur einen Tag in der Woche auf Fleisch verzichten, hätte das die gleiche Auswirkung aufs Klima als würde man 6Millionen Autos von der Straße nehmen. 

Also mehr Veggies, zero Fleisch für mich! (Schaut euch dazu mal den Film “Earthlings” an. Es gibt ihn auf YouTube. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie die Tiere, Lebewesen behandelt werden! Allein aus diesem Grund sollte niemand mehr Fleisch essen.) 

3. Plastiktüten sind total überflüssig! Man verwendet sie einmal und wirft sie dann in den Müll. Meistens sind sie so dünn, dass sie auch sofort reißen. Auf unserer Jordanienreise habe ich vom Bus aus ein Feld gesehen und dachte „Was sind das für schöne Blumen“ - bis mir auffiel, dass es tausende weiße Plastiktüten waren, die vom Wind in den Gräsern hingen... 

Stofftaschen kann man ein Leben lang benutzen und sie sehen viel schöner aus. Ich muss nur immer wieder dran denken und habe am Besten in jeder Tasche eine... 

 

Unglaublich, dass tausende Tüten jährlich auch ins Meer wandern und z.B. von Schildkröten gefressen werden, die sie für Quallen halten. Das überleben die Tiere natürlich nicht. 

4. Strohalme und Einmalbesteck aus Plastik nutze ich gar nicht mehr. Dafür habe ich meinen hübschen Edelstahlstrohhalm und mein eigenes Besteck! Alles wiegt nicht viel und passt bequem in die Handtasche. 

Auch Alufolie und Frischhaltefolie gibt es bei mir nicht mehr - ich habe Bienenwachstücher entdeckt und bin sehr zufrieden! Es gibt sie in allen Größen, sie sind bunt und hübsch anzusehen, sie sind abwaschbar und halten Obst, Gemüse und den Inhalt von Schälchen frisch. Und für unterwegs schlage ich manchmal einfach mein Butterbrot darin ein :)

5. Shampoo & Pflege - das Thema war für mich schon lange interessant, da es eine Herausforderung ist. Ich liebe Beauty & Pflege und probiere gerne Neues aus. Allerdings fallen durch Shampoos, Cremes und Wässerchen erhebliche Plastikabfälle an! Mittlerweile kaufe ich nur noch festes Shampoo - sieht aus wie ein Seifenstück aber kommt ohne Verpackung daher (oder nur Papier). Diese Shampoo-Bars sind sehr ergiebig und halten bei mir 2-3 Monate! Sie pflegen das Haar sehr gut und sind ohne schädliche Inhaltsstoffe. Ich kaufe sie bei “Lush”, bei "Lamazuna" oder auf lokalen Bazaren. 

Auch für das Gesicht und den Körper nutze ich feste Pflegeprodukte die sehr reichhaltig sind und aus natürlichen Ölen bestehen. Sie schmilzen quasi auf der Haut und ich bin super begeistert!!! 
Bei Make Up Produkten bin ich noch auf der Suche - bisher nutze ich Alverde Produkte, dort gibt es schon einiges in Glasfläschchen.
Von "Hydrophil" benutze ich schon seit längerem Bambuszahnbürsten - damit komme ich super gut klar und werfe am Ende kein Plastik in den Müll. 
Súper Konzept - wer 5 Lush Becher leer gemacht hat und zurückbringt, bekommt einen Vollen geschenkt!
Súper Konzept - wer 5 Lush Becher leer gemacht hat und zurückbringt, bekommt einen Vollen geschenkt!

6. Ich kaufe “Bulk”. Dieser Begriff bedeutet eigentlich nicht mehr als “Masse, loses Gut”. Es ist also noch nicht verpackt und kommt in großer Menge in einen Laden. In México City kenne ich bisher drei solcher Unverpackt-Läden und ich bin regelmäßig Gast dort. Meine Sammlung an Gläsern ist schon ganz gut gewachsen und ich liebe diese plastikfreie Form des Einkaufens.

7. Dank meinem Papa lese ich Zeitschriften seit einigen Jahren auf dem iPad oder Tablet. Er hat mir damals "Readly" geschenkt, dort kann man so ziemlich alle Zeitschriften herunterladen und digital lesen! 

Zu Hause nehmen mir so die ganzen Papiermagazine keinen Platz mehr weg, ich habe keinen Müll mehr dadurch und kann mir auch auf meinem iPad Lesezeichen setzten, sogar nach Schlagwörtern suchen und habe immer das passende Magazin zur Hand - auch im Ausland hat man immer Zugriff auf deutsche Zeitschriften. Ich liebe es!

8. Ja ich mag shoppen und bummeln sehr. Aber seit längerem schon geht mir diese Fast Fashion auf den Keks. Ein großer Schnäppchenjäger war ich noch nie, aber auch herkömmliche T-Shirts sind nach einem Mal waschen schon zu klein oder ausgeblichen und spätestens nach dem Dokumentarfilm “The True Cost“ sollte wirklich keiner mehr billige Klamotten kaufen - Mensch und Natur werden unter übelsten Bedingungen ausgebeutet und unser Planet zerstört. 

Seitdem nutze ich meine vorhandenen Sachen noch, spende sie dann oder nähe etwas daraus, wie zum Beispiel einfach Abschminkpads oder Taschentücher. 

Ich habe schon einige hochwertige und fair produzierte Kleidungsstücke gekauft und freue mich wirklich über die gute Qualität und die Langlebigkeit! (Z.B. eine meiner Lieblingsmarken "ArmedAngels") 
Es macht mehr Sinn zwei T-Shirts in guter, fairer Qualität und ohne Chemikalien zu kaufen als zehn schlechte Shirts die man nach einmaligem Tragen wegwerfen kann. 
(Schaut euch die Dokumentation "The True Cost - der wahre Preis der Mode" auf Netflix an.)
Das Meer und seine Bewohner sind unglaublich einzigartig - wir müssen mehr tun, um sie zu schützen!
Das Meer und seine Bewohner sind unglaublich einzigartig - wir müssen mehr tun, um sie zu schützen!

9. Sonnencreme - auch hier achte ich mittlerweile auf Produkte ohne Mikroplastik und Schadstoffe. Schließlich cremt man sich oft ein und geht dann ins Meer ... eine Katastrophe für Fische und Korallen! Auf Mauritius und Sansibar haben wir wenige intakte und bunte Riffs gesehen. Die meisten waren grau und tot! Das mit eigenen Augen zu sehen macht traurig. Ich habe mir vorher schon ein UV-Tauchshirt zugelegt und kann beim Schwimmen und Schnorcheln auf Sonnencreme  verzichten. Auch bleibe ich gerne im Schatten und nutze einen Hut. Ansonsten benutze ich Sonnencreme von Lavera und die Weleda Edelweiss

Mein UV - Schwimmshirt und ich auf Mauritius
Mein UV - Schwimmshirt und ich auf Mauritius
Damit unsere Meere nicht noch mehr leiden -  Länder wie Mexico und Hawaii haben ein Verbot ausgesprochen beim Baden Sonnencreme mit schädlichen Inhaltsstoffen zu verwenden.
Damit unsere Meere nicht noch mehr leiden - Länder wie Mexico und Hawaii haben ein Verbot ausgesprochen beim Baden Sonnencreme mit schädlichen Inhaltsstoffen zu verwenden.

Schön, dass ihr mit dabei seid! :)

... auf der Reise zu mehr Nachhaltigkeit! Was sind eure ersten Schritte zur Nachhaltigkeit gewesen und was hat euch wachgerüttelt?! Seid ihr schon Profis in Sachen Zero Waste und Umweltschutz, habt ihr noch mehr Tipps? Oder habt ihr gerade erst angefangen und schon gute Ideen? Ab in die Kommentare damit! :) Danke!! 

Unser Planet ist das einzige Zuhause das wir haben ...
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